Aconcagua,Kilimandscharo 10.02.2018

Aconcagua & Kilimanjaro – 2 Berge auf einer Reise bezwungen

Und wiederum haben Sie alles perfekt für mich vorbereitet und es funktionierte alles reibungslos.

Kilimanjaro – Tansania

Die Killibesteigung war sensationell (nach 3 Tagen und 18 Stunden waren wir am Gipfel). Die Agentur vor Ort war sehr bemüht, die Träger, der Koch und der Guide gaben ihr Bestes, ich schmauste wie ein Kaiser und wurde bestens betreut. Serafin hieß mein Bergführer und nachdem ich allen das Trinkgeld gegeben hatte, war er trotzdem am nächsten Tag noch so nett, kam und zeigte mir die Stadt Moshi.
Am Gipfeltag stiegen wir auf, ca. 1.300 Hm und ich wollte dann aber gleich die 4.100 Hm wieder ganz absteigen, da es unnötig war, wegen dem bisschen Fußmarsch dann noch einen Tag im Dschungel zu schlafen.
Diese Umbwe–Route ist überhaupt nicht schwierig, man muss auch nicht schwindelfrei sein und schon gar nichts klettern. (ein bißchen zum Stein greifen ist alles und Schlamm oder Morast sah ich eigentlich überhaupt nicht, obwohl es jeden Tag regnete) wir überholten weit über 100 Personen bis zum Gipfel, gingen um ca. 00:15-00:30 los, auf 4.600, und waren um ca. 5:30 in finsterer Nacht oben.

Aconcagua – Argentinien

Dann flog ich nach Südamerika weiter, über Frankfurt, was ebenso ein Hammer war. Es war in Mendoza trotz meiner nicht Spanisch-Kenntnisse und meines fürchterlichen English (mit Händen und Füßen) sehr leicht, so dass ich mich zurecht gefunden habe. Das Permit-Abholen war auch sehr lustig, denn die wussten sofort was ich wollte. Am Rücken hatte ich dem kleinen Rucksack und darüber quer im Nacken den großen im Seesack.
Am nächsten Tag fuhr ich nach Puenta del Inka, schlief dort eine Nacht und ritt dann mit den Mulis am nächsten Tag um 5:00 Uhr nach Plaza de Mula. Ich war noch nie in meinem Leben geritten und dann gleich 6-7 Stunden lang. Ich dachte, dass ich dann meinen Hintern wegwerfen muss, aber der Sattel war super und nach dem Absteigen in Plaza de Mula war ich nach ca. 5 Minuten wieder top fit. Meinem Hinterteil gings auch sehr gut. Keine Schmerzen, kein Wolf, nichts. Einfach super.
Ich schlief dann eine Nacht auf 4.300m, in Plaza del Mula. Gleich am nächsten Tag stieg ich mit ca. 26 kg am Vormittag nach Canada auf, und am Nachmittag mit ca. 13-14 kg, und schlief auf 5.000m eine Nacht. Dann stieg ich am nächsten Tag mit ca. 23 kg auf 5.570 m auf (oberes Nido) und stieg wieder auf 5.000 ab, um dort auf 5.000m zu nächtigen. Am 3. Tag, vom Basislager auf 4300m ausgehend, war ich recht müde und legte einen Tag für Faulenzen und Aklimatisation ein. Am 4. Tag stieg ich mit meinem kleinen Pinkerl (Rucksack) zum oberen Nido auf 5.570m auf. Dort legte ich ein Depot an, denn ich hatte viel zu viel zu Essen und Ausrüstung mit. Am 5. Tag ging ich mit meinem großen Rucksack an Berlin vorbei, nach links zu Coleda; Ich glaube es liegt auf rund 6.050m oder so???
Beim Zeltaufstellen kam plötzlich eine sehr nette junge Frau zur mir und stellte sich als Gabriella vor, und sagte, wenn ich Hilfe benötige ist, sie sei im gelben Zelt vor Ort und dass sie Ärztin und hier stationiert sei, um Bergsteigern in Not zu helfen. Es ist sensationell, was sich hier diese Leute vom Park einfallen haben lassen, denn die haben doch allen Ernstes sogar ein Sauerstoffzelt und alles andere auch in 6.000m Höhe auf diesem Berg sofort parat.
Es ist auch sensationell, wie sich die Porter auf diesem Berg verhalten, denn die kümmern sich auch um fremde Bergsteiger und helfen wo sie können. So was hab ich noch nie gesehen; Die grüßen immer freundlich, sind immer gut drauf und fragen jeden und immer wie es geht.
Ich wurde im Basislager gefragt, ob ich einen Träger bzw. Porter möchte und ich hab nein gesagt, da ich alles selbst tragen möchte. Da wurde nicht irgendwie blöd herum geredet, oder geschimpft (wenn man den Trägern keine Arbeit und keine Geld gibt), so etwas gibt es dort offenbar nicht. Als ich das gesagt hatte, dass ich alles selbst machen möchte, habe ich richtig gemerkt, dass mir allergrößter Respekt entgegen gebracht wurde, und mir wurde im Zelt der Porter sogar inmitten der Träger ein Sessel frei gemacht und wir plauderten (mit Händen und Füssen wegen meines schlechten English) bei Cafe und Tee. So eine Ausgeglichenheit und Zufriedenheit habe ich selten gesehen. Die Ärztin fragte mich im Übrigen, wann ich aufsteigen wolle. Ich sagte, wenn es geht morgen. Mir wurde gesagt, dass am nächsten Tag starker Wind gehen würde, welchen ich dann auch schon in der Nacht und am ganzen nächsten Tag sehr laut hören konnte. Das war mit Schneefall verbunden, und der Wind rüttelte am Zelt.
Am 7. Tag ging ich dann so ca. um 5:30 in Richtung Gipfel los, überholte etliche Leute beim Aufstieg und war so ca. um 12:30 am Gipfel. Also, der Aufstieg auf den Kili war schon anstrengend, aber der Aconcagua ist nochmals um eine gute Klasse oder zwei Klassen schwieriger zu begehen. Ich hab mich nach dieser Kaldera oder wie dieses gemeine steile Stück neben der Felswand heißt, nochmals recht geschunden, bis ich am Gipfel war. Ein Porter filmte meine letzten Schritte zum Gipfel, was recht lustig war.

Im Vorjahr der Elbrus war sehr schön und auch anstrengend zu gehen. Der Kili legt eines drauf und der Aco dann nochmals ganz schön. Schade, dass der Berg nicht 1.035 m höher war, denn ich denke, dass ich das eventuell auch noch in 2 bis 3 Tagen schaffen hätte können??? Das wäre die Krönung gewesen, aber wer weiß, vielleicht buche ich nächstes Jahr was in Nepal bei Ihnen (bei wem sonst?). Ich hatte keinen Druck im Kopf, keinerlei Kopfweh, mir war nie schlecht, ich war einfach nur gut drauf.  Nochmals vielen Dank für die tollen Reisen, die Sie mir organisieren. Bis zum nächsten Mal.

W. Wessely

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