Nepal 01.06.2018

Beeindruckendes & kulturell vielseitiges Nepal

Noch fühlt es sich gar nicht real an, Nepal bald persönlich kennenlernen zu dürfen. Im direkten Austausch mit den Einheimischen. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Tage. In Frankfurt angekommen schlendere ich durch den verlassen wirkenden Flughafen und lasse die Weihnachtsdekoration auf mich wirken. Es passt nicht ganz mit der Vorstellung zusammen, die nächsten beiden Wochen in einem hinduistisch und buddhistisch geprägten Land zu verbringen, in dem das christliche Weihnachten kaum eine Rolle spielt. Zudem werden es die Weihnachtsgefühle bei Temperaturen zwischen 18 und 29 Grad nicht leicht haben. Lassen wir es mal auf uns zukommen.
Qatar Airways bringt mich mit einem circa zweistündigen Aufenthalt in Doha wohlbehalten nach Kathmandu. Nachdem ich meine Sachen ins Hotelzimmer gebracht habe, spaziere ich durch die schmalen, mit bunten Gebetsfahnen durchzogenen Gassen von Thamel. In dem geordneten Chaos wird auf einigen wenigen Straßen alles an Trekkingausrüstung, Souvenirs und nepalesischen Spezialitäten für die an- und abreisenden Touristen geboten. Die eigentliche Besichtigung Kathmandus beginnt morgen. In Thamel lässt sich der erste Abend entspannt ausklingen.

Kathmandu

Hoch über Kathmandus Viertel thront der sehenswerte Swayambhunath – Tempelkomplex. Dieser sagenumwobene Ort, aufgrund seiner dort lebenden Affenpopulation als „Monkey Temple“ bekannt, birgt eine einzigartige Atmosphäre. Nebel umwabert die Steinplatte mit den Fußabdrücken Buddhas am Fuße des Hügels. Von hier aus führen 365 Treppenstufen hinauf zu einer der weltweit ältesten buddhistischen Tempelanlagen, deren Entstehung auf über 2500 Jahre geschätzt wird. In der Mittagshitze mag der "Aufstieg" ziemlich anstrengend sein, von dem her freue ich mich darüber,  den „Aufstieg in den noch angenehm kühlen Morgenstunden“ zu wagen. Die rechte Schulter der Stupa zugewandt lasse ich die sehr eindrückliche Stimmung bei der Umrundung auf mich wirken und drehe an den dort angebrachten Gebetsmühlen. Eine Panoramaaussicht auf Kathmandu bleibt mir aufgrund des Nebels verwehrt, trägt jedoch zu der mystischen Stimmung des Ortes bei. Wieder unten angekommen kaufe ich bei einer sehr netten Nepali – Frau eine der duftenden, gelben Blumenketten.
Etwa 11 km außerhalb Kathmandus Stadtzentrum hebt sich in Bodhnath einer der größten Stupas seiner Art weißgolden vom intensiven Blau des Himmels ab. Als Repräsentant von Buddhas Geist und somit höchstes Symbol der Erleuchtung wird dem Stupa durch achtsame Umrundungen im Uhrzeigersinn nicht nur von den dort lebenden Sherpas und Tibetern Respekt gezollt. Unzählige, glimmende Räucherstäbchen,  zelebrierte Pujas (ein buddhistisches Verehrungsritual um das Andenken Buddhas zu ehren) und unzählige Tauben rund um den Stupa tragen zu der ganz besonderen Atmosphäre dieses Ortes bei.

Einen Einblick in die religiöse Welt der Hindus gewährt der Besuch des Pashupatinath Tempelkomplexs. Gleich zu Beginn werden wir von den farbenprächtigen Sadhus begrüßt. Die heiligen Männer haben sich dem religiös hinduistischen Leben in unterschiedlich ausgeprägter Form verschrieben. Möchte man ein schönes Foto der Sadhus, im Idealfall auch mit der typischen Handbewegung für die Daheimgebliebenen knipsen, ist dies ab 100 Rupien möglich. Die Tempelanlage ist sehr beeindruckend, wenn auch der eigentliche Tempel nur für Hindus zugänglich ist. Den öffentlichen Leichenverbrennungen am Bagmati – Fluss beizuwohnen ist für mich als Europäerin eine neue Erfahrung und gewährt eine vollständig neue Perspektive auf den Umgang mit dem Tod und dessen Einbindung in das alltägliche Leben.

Panauti Homestay

Mit einem Kleinbus fahren wir in das etwa 40 km außerhalb von Kathmandu gelegene Panauti. Heute findet das Yomari Purnima Festival statt. In Panauti werden wir bei einer Gastfamilie untergebracht. Die Homestaybetreiber erwarten uns bereits und begrüßen uns herzlich in ihren wundervollen Saris. Ich lerne meinen "Host", eine 20 Jahre junge Dame,  kennen und wir verstehen uns auf Anhieb gut. Wir essen gemeinsam zu Mittag und ich versuche mich daran das frisch zubereitete Nepali Dal Bhat landestypisch mit den Händen zu essen. Dabei gebe ich offensichtlich nicht die beste Figur ab, da meine Gastgeberin das ein oder andere Mal schmunzeln muss und mich in die Kunst des "ästhetisch mit den Fingern essen" einweist. Ich gelobe Besserung und werde während meines Nepalaufenthalts hoffentlich noch die eine oder andere Möglichkeit zur Übung bekommen. Es ist spannend, sich über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten unserer Kulturen zu unterhalten.

Nach dem Essen spazieren wir durch den Ort und schauen uns die Festivalvorbereitungen an. Das Yomari Purnima Festival wird nach der eingefahrenen Reisernte zu Vollmond. Für diesen besonderen Tag werden die Yomari zubereitet, eine süße Teigtasche aus Reismehl, gefüllt mit einer Mischung aus Zuckerrohrsirup, Palmzucker und Ghee. Bei der Herstellung helfe ich mit und wir haben großen Spaß daran, die Teigtaschen gemeinsam zu befüllen. In dem Haus, in dem die 6 köpfige Familie wohnt, steht mir ein eigenes Zimmer und ein Bad mit westlicher Toilette zur Verfügung.  Am nächsten Morgen bringt mir meine Gastmutter vor unserem Abschied eine heiße Tasse Chiya Tee, die ich dankend entgegen nehme. Die Temperaturen sind tagsüber mit um die 15 Grad sehr angenehm, nachts kühlt es jedoch auf um die 0 Grad ab. Durch ein leckeres Frühstück gestärkt geht die Fahrt heute weiter zum Neydo Kloster.

Das tibetisch-buddhistische Kloster in der Nähe von Pharping (ca. 22 km von der Hauptstadt entfernt) beherbergt etwa 200 Mönche jeden Alters. Die Mönche geben Einblick in Ihren Alltag und klösterliche Lebensweise. In dem dazugehörenden Gästehaus werden wir untergebracht und dürfen an den Klosterzeremonien teilnehmen. Die Mönche bieten für sich und die Gäste erstklassige vegetarische Mahlzeiten zu. Glücklich und satt gehe ich früh zu Bett, da der kommende Tag noch vor Sonnenaufgang beginnen wird. Um 04:45 Uhr klingelt der Wecker und ich wärme mich bei einer heißen Tasse Tee auf. Draußen ist es noch stockdunkel und begebe mich zu der großen Halle um der morgendlichen Zeremonie beizuwohnen. Wir sitzen in der Gebetshalle auf Matten, vor uns erhebt sich ein überdimensional großer Buddha. Das Licht ist gedimmt und nach und nach versammeln sich die Mönche an den Seiten des Buddhas. Mit Trommeln und und Kanglings (tibetische Trompeten) steigen die Brüder in die religiösen Gesänge ein. Die Klänge der Trompete und die Art des Singens sind für uns als westliche Besucher ungewohnt und zugleich faszinierend. Nach der Zeremonie schaue ich vom Dach der Gebetshalle zu, wie sich die Sonne langsam über dem Horizont erhebt und das Tal in ein einzigartiges Licht einhüllt.

Chitwan Nationalpark

Über staubige Pisten machen wir uns auf den Weg zum Chitwan Nationalpark im Süden des Landes.  Die Fahrt führt uns zu einem großen Teil über den "Indian Highway", auf dem die wirtschaftliche Abhängigkeit von dem benachbarten Indien sichtbar wird. Auf der überfüllten, mit Schlaglöchern durchzogenen Sandpiste schieben sich die bunten, indischen LKW’s nahezu in Schrittgeschwindigkeit dicht an dicht an uns vorbei. Ein Kompliment an unseren Fahrer, der uns sicher und wohlbehalten nach Chitwan bringt.
Im Nationalpark angekommen beziehen wir unsere Bungalows im Barauli Community Homestay und freuen uns über das frisch zubereitete Abendessen.
Das Homestay wird von den Tharu geführt. Das traditionsreiche, im Terai ansässige Volk kommuniziert durch das Homestay-Projekt mit der restlichen Welt und lädt dazu ein, die kostbaren Schätze ihrer Kultur zu entdecken. Am Abend werden wir Zeuge von den kulturellen Tänzen der Dorfbewohner. Es ist wunderbar zu sehen, mit welcher Inbrunst und Freude die traditionellen Rhythmen  von den jungen Tänzern übernommen werden. Sie lassen es sich natürlich auch nicht nehmen und beziehen uns direkt mit ein. Nach einem unterhaltsamen Abend mit viel Geklatsche, Lachen und Hüftbein schwingen geht es glücklich und erschöpft ins Bett.

Am nächsten Morgen steigen wir auf den Safari-Jeep (Kapazität für bis zu 16 Personen) und starten unsere Fahrt in den Park. Um der Wilderei entgegenzuwirken wurde das Gebiet 1973 zum königlichen Nationalpark erklärt und 1984 unter UNESCO Schutz gestellt.  Als Tourist darf man sich zum Schutz der Tiere (und auch zum Eigenschutz :-) ) während Sonnenunter- und Aufgang nicht im Park aufhalten. Nun aber genug der Fakten. Eine angenehm frische Brise weht mir entgegen und ich freue mich auf die Pirschfahrt. Werden wir zu den glücklichen gehören, die einen  der dort lebenden Tiger oder gar einen Leoparden zu Gesicht bekommen? Der Jeep schlängelt sich behäbig durch den Wald (etwa 70% der Fläche werden von den häufig im Terai vorkommenden Salbäumen bedeckt).Ich kann mich an dem Grün kaum sattsehen und halte meine Augen nach einem der dort lebenden Bewohner auf. Plötzlich ist es soweit. Wir erblicken zwei Nashörner. Die Mutter mit Kind schaut uns verdutzt an, als ob sie sich über das auf dem Jeep entstandene Gedränge um ein gutes Foto wundere, lässt sich von uns jedoch nicht aus der Ruhe bringen und frisst gemütlich weiter.  Die Mutter mit Kind schaut uns kurz skeptisch an und kann das entstandene Gedränge für das beste Foto auf dem Jeep gar nicht nachvollziehen und frisst weiter. Wir haben das Glück  während unserer Jeep-Safari noch mehrere „ Rhinos“ zu beobachten.
An dem im Park gelegenen Fluss Rapti angekommen, schauen wir uns die Flora und Fauna des Parks vom Wasser aus an. Am Flussufer liegen vereinzelt Süßwasserkrokodile im seichten Ufer und genießen die dort herrschende Ruhe in der wärmenden Sonne. So wie auch wir vom Boot aus. Den ereignisreichen Tag in dem wundervollen Chitwan Nationalpark lassen wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang ausklingen.
Am Abend zeigen uns die Tharu , wie sie ihr Dal Bhat zubereiten. Ein Strahler ist draußen im Garten aufgebaut und leuchtet die kleine Kochecke im Freien aus. Das Feuer ist entfacht und wir warten, bis ausreichend Hitze durch die entstehende Glut vorhanden ist. Während der Wartezeit zeigt uns die Dame und Chefin des Hauses, welche Zutaten und Gewürze genutzt werden. Sie zeigt mir, wie ich am besten verschiedene Kräuter und Tomaten mit einem überdimensionalen Mörser zerkleinern kann. Danach geht alles ziemlich schnell. Das Dal köchelt über dem Feuer, das Gemüse brutzelt in der Pfanne und schon ist unser Abendessen fertig. Wir setzen uns in der Hütte auf Bastmatten und essen das vorzügliche Dal Bhat wie in Nepal üblich mit den Händen.

Pokhara  

Wir erreichen die vorletzte Station auf unserer Entdeckungsreise - Pokhara am Phewa See. Ein Laden reiht sich hier an den anderen, die Straßen sind gesäumt von Cafès und Restaurants. Die Verkäufer und Ladeninhaber sind sehr rücksichtsvoll und bieten Ihre Ware eher dezent an. Kein Gedränge und undurchsichtiges , lautes Stimmengewirr, wie man es aus anderen asiatischen Städten kennt. Die Stimmung ist entspannt und fügt sich perfekt in das idyllische Bild einer am malerischen See gelegenen Stadt ein. Im Hintergrund erheben sich die Riesen des Himalayas.
Am nächsten Morgen fahren wir noch vor Sonnenaufgang an den Fuß eines Bergrückens auf dem der Friedensstupa thront. Über fast nicht enden wollende Stufen steigen wir den Pfad hinauf. Eine angenehme Ruhe umgibt den Stupa und hebt sich von dem immer heller werdenden Bergpanorama ab. Der Blick auf den See in der aufgehenden Sonne ist atemberaubend. Der Machapuchare (besser bekannt auch als “Fishtail”,) erstrahlt im Hintergrund immer intensiver in der Morgensonne und trägt zu der in den Bann ziehenden Atmosphäre maßgeblich bei. Bevor es wieder zurück in die Hauptstadt geht, wartet noch ein weiteres Highlight auf mich. Pokhara ist nicht nur als Ausgangspunkt für Trekkingreisen bekannt, sondern hat sich in den letzten Jahren auch einen Namen als Paragliding Paradies gemacht - und das aus gutem Grund.  Eine tolle Erfahrung, insbesondere vor dieser traumhaften Kulisse.

Community Homestay in Patan

Bevor wir uns auf Heimweg nach Europa machen, besuchen wir noch das Community Homestay in Patan. Die Familien erzählen begeistert von ihrem Austausch mit internationalen Besuchern und wie die Abläufe in dem Homestay organisiert sind. Gäste sind dazu eingeladen an ihrem Alltag teilzuhaben und bei verschiedenen Aktivitäten mitzumachen. Natürlich ganz getreu dem Motto “Alles kann, nichts muss”. In den Häusern der Familien sind jeweils Zimmer für die Gäste bereitgestellt, gegessen wird entweder bei und mit den Familien, oder bei besonderen Anlässen alle gemeinsam im Gemeindezentrum. Ich freue mich auf das frisch zubereitete, traditionelle  Dal Bhat, welches wir alle zusammen in ausgelassener Stimmung genießen, bevor es wieder zurück nach Kathmandu und an den Flughafen geht.

Fazit

Nepal hat unglaublich viel zu bieten und ist nicht nur landschaftlich ein wahr gewordener Traum. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, alte Traditionen aufrecht zu erhalten und in erfrischender Art an nächste Generationen weitergegeben.  Die lebensfrohen Einheimischen haben mich mit Ihrer herzlichen Art und positiven Lebenseinstellung in den Bann gezogen. Nepal begeistert. Nepal berührt. Nepal verändert.

Wenn auch du Nepal in seiner Facettenvielfalt kennenlernen möchtest, wende dich gerne an mich – per Mail an service@moja-travel.net oder telefonisch unter 0781 932297-11. Ich freue mich, dir mehr über Nepal zu erzählen und dir eine auf deine Vorstellungen entsprechende Reise zusammenzustellen.

Eure Lisa
Abenteuer-Spezialistin bei moja TRAVEL

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