Botswana 18.12.2018

Abenteuerliche Erlebnisse in Botswana

Dem nassen, kühlen, vorweihnachtlichen Deutschland ein paar Tage entfliehen; viel Sonne, beeindruckende Landschaften und tolle Tierbegegnungen... klingt gut für Euch? Dachte ich mir auch, also begebe ich mich Ende November für einige Tage Richtung südliches Afrika, genauer gesagt nach Botswana. Soll doch gerade ab November immer tierischer Nachwuchs zu erwarten sein - und was gibt es Schöneres als eine Löwenmama zu beobachten, welche spielerisch mit deren nie müde werdenden Kleinen rauft oder ein ganzer „Kindergarten“ von zierlichen Impala-Babys, welche sich gegenseitig hüpfend und springend durch den Busch jagen.

So starte ich ab München nach Johannesburg/Südafrika, um von dort nach kurzem Aufenthalt meine Weiterreise nach Maun anzutreten; dem Tor zum Okavango Delta.

Dort angekommen erwarten mich direkt kuschelige Temperaturen um die 35 Grad, volles Kontrastprogramm zu Deutschland also… und das Thermometer soll in den nächsten Tagen noch weiter klettern (ja, wir knacken noch deutlich die 4 davor).
Aber jetzt heißt es erstmal, kleines Gepäck für die heutige Nacht schnüren, denn – es geht nahtlos Richtung Helikopter Landeplatz! Zum Delta fahren kann ja jeder; ich fliege mit dem Heli (kurze Panik macht sich breit, dass könnte ganz schon wackelig werden?). Doch noch bevor man sich versieht, ist man schon in der Luft und genießt die tolle Aussicht. Viel zu schnell ist man zurück auf dem Boden der Tatsachen, aber nur um das nächste, außergewöhnliche Transportmittel zu besteigen - ein Mokoro.

Eines der tollsten Erlebnisse, die man überhaupt im Okavango-Delta haben kann: Mit einem Mokoro (einem traditionellen Einbaum) die schilfumrandeten Kanäle entlang zu dümpeln, angetrieben von einem der lokalen Poler/lBootsführer, welche das kleine Gefährt mit einem langen Holzstab geschickt durch die Wasserstraßen tief ins Herz des Deltas steuern. (Häufig werden hier zwischenzeitlich leichtere und langlebige Fiberglass-Boote eingesetzt, die nach und nach die klassischen Boote aus dem Holz des Leberwurstbaumes ablösen sollen, denn auch hier gilt es wie andernorts nachhaltig Ressourcen zu schonen.)
Wirklich eine sehr entspannte und ruhige Art, die Umgebung zu erkunden... mal die Perspektive wechseln, sich zurücklehnen und einfach den leisen Bewegungen des Wassers und dem Zwitschern der vielen Wasservögel lauschen.

Das Delta füllt sich jährlich durch ergiebige Regenfälle aus dem Hochland des Nachbarlandes Angola, von wo aus sich die Wassermassen über viele Monate hinweg ihren Weg bahnen und hier das größte Binnendelta der Welt bilden. Eine grüne Oase für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Das heutige Camp befindet sich somit auch auf einer abgelegenen Insel inmitten des Deltas; alles wird per Boot hierher transportiert. Ob Zelte, Campingstühle, Feldbetten, die abenteuerliche Buschdusche oder der Proviant, welch ein Aufwand - der aber jede Mühe wert ist.

A propos Proviant – verhungern werdet ihr im Busch sicher nie, auch wenn man sich irgendwo mitten im Nirgendwo zu befinden scheint, es taucht in den kommenden Tagen stets eine Box mit frischem Tee/Kaffee und Keksen während der morgendlichen oder abendlichen Pirschfahrten als kleine Stärkung auf oder es steht der obligatorische „Sundowner“ mit Billtong und Nüssen zum Knabbern an. Auch kann man immer nur staunen, was der Koch mit nur einer Feuerstelle und evtl. Gaskocher „bewaffnet“ hier in der Wildnis Tolles zu zaubern weiß.
Beim frühabendlichen Bush Walk heißt es leise sein und selbst „Herde“ spielen - keiner hat aus der Reihe zu tanzen. Schließlich wollen alle nah ran und niemand die Tiere erschrecken, noch selbst zur potenziellen Beute werden. Da kann man sich im Spuren lesen üben oder auch mal mit einer Giraffe Aug in Aug stehen. Kleiner Tipp: nur vielleicht den grasenden Wasserbüffeln nicht zuuuu nahe dabei kommen :-)

Das nenne ich mal das Okavango Delta richtig entdecken - zu Wasser, zu Lande und aus der Luft.
Eine Nacht im Delta ist fast zu wenig, aber es ruft bereits die nächste Etappe; das Moremi Wildreservat. Moremi gilt als das Juwel von Botswana und unbestritten als eine der besten Destinationen zur Wildtier-Beobachtung in ganz Afrika. Eine Mischung aus weiten Graslandschaften, Hochwasserebenen, Wäldern und mäandrierenden Wasserkanälen, bildet ein perfektes Habitat für eine Vielzahl von Wildtieren und schaffen nicht zuletzt auch ein Paradies für Vogelfreunde.
 
Die Pirschfahrten des folgenden Tages verbringe ich in diesem tollen Reservat und der angrenzenden Konsession entlang des ursprünglichen Khwai-Flusses, der hier auf Abschnitten jedoch schon seit Jahren kein Wasser mehr führt.
Der Regen ist spät dran dieses Jahr; das wirkt sich nicht nur auf den Fluss aus; auch hatte die Gegend erst kürzlich mit einem großen Buschfeuer zu kämpfen. Die Tiere erwarten den einsetzenden Regen offenbarst ganz sehnlich, eine sicherlich entbehrungsreiche Zeit, wenn es mir auch die Chance gibt, sie so leichter zu sichten. Denn solange die Temperaturen noch erträglich sind, kann man ziemlich sicher sein, am Morgen oder gegen Abend, viele Tiere an den bekannten Wasserlöchern anzutreffen. Das gilt hier wie andernorts. Und wird es zu heiß, wird der nächste große Baum angesteuert und die Mittagshitze dort dösend verbracht.
 
So ist auch die Landschaft und Vegetation während meiner Tour sehr unterschiedlich; mal sehr karg und harsch, mal üppig und grün – alles hängt vom Regen ab.
 
Für heute ist „wildes Camping“ angesagt; mitten in der Wildnis auf einer kleinen Lichtung. Ohne Netz und doppelten Boden. Ganz nah an den Tieren, aber die Tiere sind auch genauso nah an uns!
Erst mal Zelt rasch aufbauen (keine Sorge, es wird euch alles erklärt und keiner muss sich alleine mit all den Stangen und Haken quälen, auch für Laien ist es wirklich simpel).
 
Da es schnell dunkel wird, hat man bald Gelegenheit, den wahnsinnigen Sternenhimmel zu bewundern. Hier ist Lichtverschmutzung noch kein Thema und es leuchtet so hell, dass fast die Taschenlampe überflüssig wird.
Bedenkt man, was alles rund ums Camp unterwegs sein könnte, lässt man diese sowieso manchmal besser aus; wenn man da so unbedarft durch die Gegend leuchtet, treffen einen mitunter ein paar leuchtende Augen aus dem Nichts. Hyänen sind sehr neugierige Tiere, habe ich dies schon erwähnt?
 
Neben all den tollen Tierbegegnungen hier, mit unter anderem einem Leopard und vielen Elefanten, steht eines der Highlights direkt noch im Morgengrauen an – Wildhunde in freier Wildbahn! Noch ganz schlaftrunken quält man sich morgens kurz nach 5 Uhr aus seinem Zelt und im nächsten Moment ruft jemand: "Hört ihr die Wildhunde? Die müssen hier ganz in der Nähe sein". Wer braucht da schon Frühstück? Noch ehe man sich versieht, schwingt man sich im nächsten Moment auf den Safari-Jeep und braust dem aufgeregten Bellen und Jaulen entgegen. Ja, Glück gehabt! Keine 5 min Fahrt entfernt tummelt sich ein kleines Rudel dieser seltenen Tiere und streunt aufgeregt an einem Flussarm auf und ab.
 
Was kann dies noch toppen? Die nächsten Tagen werden es zeigen..
Die folgenden beiden Nächte verbringe ich schließlich in Savuti. Nördlich von Moremi gelegen, bildet Savuti einen Teil des weltbekannten Chobe Nationalparks. Dies ist eine exzellente Gegend für große Raubtiere mit regelmäßigen Sichtungen von Löwen, Leoparden oder Geparden. Auch ziehen große Elefantenherden und alle die anderen grasenden Wildtiere, wie Kudus, Elan-Antilope usw. durch die endlosen, dramatischen, offenen Ebenen, gespickt mit Akazien. Und entlang des Savuti-Kanales hoffe natürlich auch ich, Löwen und Hyänen zu sehen, welche Savuti zu einem der herausragenden Ziele für Tierbeobachtungen in ganz Botswana macht.
 
Und man wird nicht enttäuscht; nicht nur viele Elefanten, die trotz ihrer Größe fast lautlos durch die Savanne steifen und am Wasserloch ihren Durst stillen, wie auch einzelne Löwen, die faul unter einem Busch ein Nickerchen halten und ein ganzes Rudel aus mehreren Löwinnen mit ihren Jungen, die es sich mit einem halben Zebra (ja, der Kreislauf des Lebens) im Dickicht gemütlich gemacht haben und zwischendurch weiterknabbern.
Natur ist aber eben auch Natur und da gehört auch immer eine Portion Glück dazu, was einem eventuell so über den Tag vor die Fotolinse läuft oder eben auch mal nicht. So verfolgt man schon mal über eine Stunde eine Löwenspur am Boden, nur um dann kurz vor Erreichen des Camps festzustellen, dass „Herr Löwe“ ganz entspannt Siesta im Schatten eines Baumes hält, wohl keine 2 km von unseren Zelten und dies wohl schon seit Stunden, na ja.
 
Es kann dann aber auch nicht jeder behaupten, dass er bis in die Nacht hinein vom Campbett aus, dumpfen Löwenrufen im afrikanischen Busch lauschen kann. Denn wer hier der Boss ist, wird damit nicht nur anderen Rivalen im Revier klar gemacht – man hat Respekt, ohne Frage.
Kleiner Einschub an dieser Stelle zum Stichwort „digital detox“ – es kann enorm entspannend sein, mal nicht nonstop das Handy oder Tablet zu checken. Weder im Delta, noch in den Gebieten von Moremi oder Savuti würde dies auch Sinn machen. Denn die Camps befanden sich jeweils im besten Sinne mitten im Nirgendwo, also keinerlei Empfang! Natürlich hat das Camp aber Optionen für Notfälle.

Ein neuer Tag beginnt wie so oft mit munterem Vogelgezwitscher und einer ersten heißen Tasse Tee/Kaffee, bevor ich zu meiner letzten Station Kasane aufbreche, direkt an den Ufern des Chobe-Flusses gelegen. Auch diese Region gilt es unbedingt vom Wasser wie von Land aus zu erleben. Gemächlich fließt der Chobe-Fluss entlang der nördlichen Grenze des Chobe Nationalparks. Er ist ein beliebter Anziehungspunkt für Elefantenherden, die kaum irgendwo in Afrika vielköpfiger sind als hier. Am späten Nachmittag unternehme ich deshalb eine Bootssafari auf dem Chobe; zwar hatten die Elefanten an diesem Tag wohl frei, aber es ist trotzdem eine eindrucksvolle Kulisse und Wasserbüffel, Nilpferde und imposante Kaimane am Flussufer erspähen, ist nicht minder interessant.

An meinem letzten Tag werde ich bei einer frühmorgendlichen Pirsch im Chobe Nationalpark auch nochmals reichlich belohnt.. keine 15 min nach Einfahrt in den Park, liegt da doch glatt ein eleganter Leopard wie auf dem Präsentierteller entspannt in einer Astgabel, direkt neben der Piste – das finale Fotomotiv ist im Kasten!

Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt auf einen Abstecher nach Botswana und Euch das Reisefieber packt, wendet euch gerne an mich - per Mail an service@moja-travel.net oder telefonisch unter 0781 932297-27.

Eure Katja
Abenteuer-Spezialistin bei moja TRAVEL

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