Tansania 20.02.2011

Dieser Berg war das Abenteuer meines Lebens

Tolle Ausblicke beim Kilimanjaro Trekking via Machame Route.
Tolle Ausblicke beim Kilimanjaro Trekking.

Ich gebe Ihnen sehr gerne ein Feedback zu meiner Reise, welche meine Erwartungen sogar übertroffen hat. Seitens moja Travel ist alles reibungslos abgelaufen, ich wurde am Flughafen Johannesburg abgeholt, die Tour durch Südafrika hielt ihre Versprechungen, genau so rund liefs am Kilimanjaro. Ich möchte mich auch nochmals bei Frau Hils bedanken, welche mir im Dezember eine Übernachtung in Moshi annuliert und eine andere in Nairobi gebucht hat, nachdem einer meiner Flüge verschoben wurde.

Meine Reisen waren beide atemberaubend, wobei Südamerika und Südafrika auch zusammen nicht an das Abenteuer Kilimanjaro heranreichen. Dieser Berg war das Abenteuer meines Lebens, noch nie habe ich mich so frei gefühlt, noch nie habe ich derart unberührte Natur gesehen, kaum je habe ich ein solches Glücksgefühl empfunden wie in jenem Moment, als ich im Licht der aufgehenden Sonne den Gipfel erreicht habe.

Ich wanderte zusammen mit zwei Österreichern durch all die unterschiedlichen Vegetationszonen und anfänglich konnte ich gar nicht so recht glauben, dass wir uns auf einer solchen Höhe befinden. Das erste Lager auf 3000m befand sich in den Ausläufern des Regenwaldes, während bei uns auf dieser Höhe kaum noch Gras wächst. Auch im zweiten Lager auf 3840m gab's noch einzenlne Bäume und viel Gebüsch, spärlich wurde die Vegetation erst ab etwa 4300m.
Bis zur vierten Nacht auf 4600m war die Wanderung recht leicht, wir liefen pro Tag nur etwa 10km. Für diese Distanz "brauchten" wir jeweils etwa 4-6 Stunden, nicht wegen der grossen Anstrengung, sondern weil wir zwecks besserer Anpassung an die große Höhe absichtlich so langsam wie möglich liefen. Mit der Höhe kam ich recht gut zurecht, abgesehen von Kopfschmerzen und schlechtem Schlaf. Die meisten anderen Wanderer klagten zusätzlich über Übelkeit, Appetitlosigkeit und Konzentrationsprobleme, ich blieb von diesen Symptomen zum Glück verschont.
Am fünften Tag, dem Tag des Gipfelsturmes, liefen wir bereits um Mitternacht los. An diesem Tag galt es, vom Barafu-Lager auf 4600m zum Gipfel auf 5895m hochzuklettern und gleichentags noch zur Regenwaldgrenze auf 3000m abzusteigen. In absoluter Dunkelheit und nur mit unseren Stirnlampen beleuchtet, kletterten wir die ganze Nacht bei -15 Grad eine schier endlose Geröllhalde zum Kraterrand auf 5750m hoch. Dort war die Luft dann doch sehr dünn und ich musste durchgehend heftig atmen, damit mir nicht sofort schwindlig und übel wurde. Nach 6½ Stunden anstrengenster Wanderung zeigte sich endlich ein Lichtstreif am Horizont, welcher den Anbruch des neuen Tages ankündigte. Dieser wurde immer heller und heller, fast schon glühend orange im Kontrast zum pechschwarzen, sternenübersähten Himmel, als die Sonne dann in ihrer vollen Pracht aufging und die Gletscher in einem warmen orange leuchten lies. Plötzlich waren die Kälte und die dünne Luft vergessen und in mir machte sich ein Gefühl von Zufriedenheit, Erfülltheit und Glück breit... das ging sogar soweit, dass ich vor Freude weinen musste, richtig weinen und schluchzen, wie ich es sonst nur aus sehr unglücklichen Momenten kenne. Vielleicht hat mich hier auch schon die Höhenkrankheit befallen, denn zwischen diesem Moment, dem Erreichen des Gipfels eine knappe Stunde später und dem Mittagsrast im Barafu-Lager fühlte ich mich nicht mehr so gut. Beim Abstieg ging’s mir sogar richtig schlecht, ich hatte bestialische Kopfschmerzen und konnte das Gleichgewicht nicht mehr ohne fremde Hilfe halten, weshalb mich zwei Führer bis zum Barafu-Lager stützen mussten. Auf dem Weg dorthin ging's mir mit jedem Meter ins Tal wieder besser, bis schlussendlich alle Symptome wieder vollständig verschwunden waren.

S. Memminger