Südafrika 26.06.2016

Krüger Lodge Safari mit unglaublichen Erlebnissen

Elefanten-Gruppe im Krüger Nationalpark
© Piero C.

Wir möchten uns für die hervorragende Organisation unserer Safari im Krüger Nationalpark bedanken. Alles hat bestens geklappt und wir sind noch ganz "benommen" von den unglaublich vielen und intensiven Tiersichtungen. Das Afrika-Fieber hat und gewaltig gepackt und wir planen schon unser nächstes Abenteuer. Aber bis es soweit ist, darf ich Ihnen in unserem etwas ausführlicheren Reisebericht einen Eindruck von unseren Erlebnissen geben:

Erster Safari-Tag: An diesem Morgen werden wir gegen 10 Uhr von unserem Safari-Guide abgeholt und es beginnt die lange Fahrt zum Krüger Park. Um 16 Uhr treffen wir in der Tremisana Lodge ein, stellen unser Gepäck ab, machen uns ein wenig frisch und schon werden wir zu unserer ersten Pirschfahrt erwartet. Hautnah erleben wir einen Elefanten der Bäume und Sträucher, die ihm im Weg stehen kurzerhand umreißt; aber gleichzeitig bereichern diese sein Abendessen. Vielleicht wäre er lieber ungestört gewesen, denn er stampft in den Boden und mit dem Rüssel bläst er in die Erde Nebenschwaden umgeben den gewaltigen Reisen. Ist schon toll, das zu erleben.

Nach diesem beeindruckenden Schauspiel geht es zu einem „Bush-Dinner". Unterwegs sehen wir ein paar scheue „Bushbabies" (das sind ganz winzig kleine Äffchen, mit riesigen Augen; wenn angestrahlt werden verstecken sie sich sofort]. Ich finde, sie ähneln den Gremlins. Unser Guide fährt den schweren Geländewagen, leuchtet außerdem noch die Gegend ab und zeigt uns an einem Ast, ca. 5 Meter von uns entfernt, ein Chamäleon, das gerade mal 10 cm misst. Der Mann ist einfach unglaublich.

Etwas weiter entfernt von unserer Lodge, erreichen wir einen romantischen Platz, der mit vielen Lampions erhellt ist. Schön gedeckte Tische, sowie ein leckeres Abendessen erwarten uns. Es herrscht eine lockere und fröhliche Stimmung. Aber irgendwann ist dieser ungewöhnliche Abend vorüber und es geht zurück in die Lodge.

Zweiter Safari-Tag: Die Nacht ist sehr kurz, da wir schon um 5.30 Uhr zur Bush-Wanderung aufbrechen. Die Wanderung dauert 4 Stunden und wir lauschen den verschiedenen Geräuschen, sowie den spannenden Erzählungen unseres Begleiters. Wir hängen an seinen Lippen, denn er kann uns viel über die Gewohnheiten der Tiere erzählen. Auch macht er uns auf die vielen Tierspuren aufmerksam. Am Ende unserer Wanderung können wir diejenigen von Leoparden, Hyänen und Füchsen auseinander halten. Wir erfahren Tricks, die Nashörner oder Flusspferde anwenden, um ihre Reviere zu markieren; auch wie man sie unterscheiden kann, und vor allen Dingen, was die spezifischen Merkmale sind. Für unser tägliches Leben nicht wichtig, aber sehr interessant.

Am Nachmittag fahren wir in das private „Tshukudu Reservat". Den hier lebenden Nashörner hat man zu ihrer Sicherheit die stolzen Hörner entfernt, was ihnen ganz sicher ein langes Leben garantiert. Es werden jährlich in den Parks - ob es nun der Krügerpark ist, oder es sich um private Reservate handelt - sehr viel gewildert und getötet. Und immer geht es dabei um die Nashorn-Hörner und Elefanten Stoßzähne, da es hierfür immer noch einen riesigen Markt gibt und die Summen, die dafür bezahlt werden, sind enorm. LEIDER. Unsere Fahrt geht querfeldein durch den Park; wir verlassen die vorgegebenen Wege (das ist in den privaten Reservaten erlaubt], denn unsere Guides suchen mit dem Ortungsgerät ein Löwenpaar. Nach geraumer Zeit finden wir die beiden faul nebeneinander liegend im hohen Gras. Nachdem unser Fahrer den Motor einige Male aufheulen lässt, ertönt ein Löwengebrüll, das uns pure Gänsehaut beschert. Kaum verstummt, liegt er auch schon wieder faul neben seiner Dame.

Wir überlassen anderen Besuchern unseren Platz und fahren weiter, anderen Abenteuern entgegen. Dann werden wir aufgefordert, den Cruiser zu verlassen. Nach ein paar Schritten durch das hohe Gras entdecken wir zwei Geparde, die wir nach Aufforderung unseres Guides, sogar streicheln dürfen. Traumhaft. Es waren drei kleine Geparden-Waisen (zwei Männchen und ein Weibchen), die ein unbeschreibliches Glück hatten und zufällig gefunden die sehr krank ist und man nicht weiß, ob sie durchkommen wird. Man merkt, dass sie die vielen Streicheleinheiten genießen, denn sie schnurren wie unsere Hauskatzen. (Übrigens sind die Geparden die einzigen Wildkatzen, die schnurren.) Ach war das jetzt schön. Danach geht es weiter und schon nach kurzer Zeit halten wir auf einer Lichtung und es werden Getränke gereicht. Ein großartiger Sonnenuntergang krönt diesen schönen Nachmittag.

Dritter Safari-Tag: Diese Nacht war wieder sehr kurz. Um 4.15 Uhr werden wir zum „Olifant River" gefahren, wo uns ein Busch-Frühstück mit Orangensaft, Müsli, Milch, Butter, Käse, gekochten Eiern, Toastbrot etc. erwartet. War sehr lustig und geschmeckt hat es uns ausgezeichnet. Ein kleiner Fuchs läuft uns über den Weg. Er ignoriert uns total und ca. 2 Meter von uns entfernt kringelt er sich zusammen, um sich zu putzen. Zurück in der Lodge, packen wir unsere sieben Sachen und gegen 13.00 Uhr fahren wir zum „Moholoholo Rehabilitation Centre". Es ist sehr beeindruckend, was die Leute hier machen; sie kümmern sich um malträtierte Tiere, die aus den verschiedensten misslichen Lagen gerettet wurden und teilweise ziemlich schlimme Wunden aufweisen. Sie nehmen sich der armen Kreaturen an, die privat gehalten werden, sobald sie aber groß und evtl. auch gefährlich werden, will man sie nicht mehr. Wohin mit ihnen? Man bringt sie hier her, wo sie bis zu ihrem Lebensende sein werden. Es ist unmöglich, diese Tiere auszuwildern, da sie nie gelernt haben, sich im Busch zu behaupten, oder gar zu jagen. Es gibt leider immer wieder Leute, die Eier aus den Greifvogel-Gelegen holen, um diese „angeblich" für Recherchen zu verwenden. Auch diese Vögel - nachdem sie groß geworden sind - können sich im wirklichen Leben nicht mehr zurechtfinden und landen ebenfalls hier. Das Centre versucht, durch Aufklärung, die Farmer und die Bewohner dazu zu bewegen, sobald Probleme mit wilden Tieren auftreten, sich sofort dem Centre anzuvertrauen. Dort erhält man immer Hilfe. Und es scheint recht gut zu funktionieren. Ausnahmen wird es immer geben. Im Anschluss an all die Erklärungen gehen wir dann zu den großen Greifvögeln ins Gehege und zu unserem Erstaunen dürfen wir diese sogar füttern. Ich ziehe den schweren und total rigiden Lederhandschuh an, bekomme ein Stückchen Fleisch zwischen die Finger geklemmt und schon fliegt der Geier auf meinen Arm. Glücklicherweise stützt der Ranger meinen Arm, wiegt doch das Vögelchen immerhin 15 kg. Ein tolles Erlebnis.
Nach diesem lehrreichen Nachmittag werden wir direkt zur "Treehouse Lodge" gefahren.

Vierter Safari-Tag: Zum Frühstück gibt es eine große Show. Die Affen sind so unglaublich frech und allmorgendlich müssen vier bis fünf Personen rund um den gedeckten Frühstückstisch Wache halten, um diese dreisten Diebe zu verjagen. Gelingt natürlich nicht immer, denn so schnell kann man gar nicht gucken, wie sie sich vom Tisch etwas greifen. Sie wenden immer wieder neue Tricks an. Man kann der Rasselband aber wirklich nicht böse sein.

Super, wir haben täglich Pirschfahrten auf dem Programm!
Auf den Pirschfahrten tauschen sich die Guides immer aus (entweder über Walky Talky oder von Fahrer zu Fahrer) und so erfahren wir, dass sich etwa 5 km von hier entfernt unglaubliches Schauspiel ereignet. Wir erreichen die beschriebene Stelle: Auf beiden Seiten des Weges hegt je ein Löwenmännchen mit prall gefülltem Bauch. Sie sind so vollgefressen, dass sie sich kaum noch bewegen können und nur noch japsen. Unser Hiersein langweilt sie total, aber als einer der beiden mich direkt ansieht, bekomme ich doch eine Gänsehaut. Meinem Foto sieht man das glücklicherweise nicht an. Ein paar Meter weiter liegt ein junger toter Elefant, der der Grund für die Löwenvöllerei ist. In der Nacht musste er erschossen werden, da er sich mit einem Bein zwischen zwei Baumstämmen verfing und nicht mehr los kam. Das ist nun mal das Schicksal in der Wildnis. Ein qualvolles Ende wurde ihm somit erspart. Mehr konnte man leider nicht inr ihn tun.

Wir haben sehr viele Elefanten mit ihren ganz jungen Babies gesehen. Die kleinen Kerlchen sind einfach herzig, wie sie mit ihren kurzen Beinen den Müttern hinterher laufen und sich schutzsuchend unter deren Bauch stellen. Eine „Herde" von Giraffen auf einmal zu sehen, das war uns dahin noch nicht vergönnt (ab und an zwei oder drei), aber etwa sechs bis acht auf einer Stelle, das ist Wahnsinn.

Dieser Tag hat noch eine Überraschung parat: Wir entdecken zwei Löwen, die einen gerissenen Büffel bewachen und in einiger Entfernung liegt die Meute (so acht bis zehn Löwen-Männchen und -Weibchen) träge und vollgefressen im Schatten eines Baumes. Am nächsten Tag kommen wieder zu dieser Stelle zurück, vom Büffel ist außer dem Gerippe nichts mehr übrig, doch noch immer wird der Kadaver bewacht. Unterwegs kommen wir zu einem idyllischen See, hier entdecken wir zwei Krokodile; viele Flusspferde liegen faul in der Sonne, einige von ihnen genehmigen sich bereits ein wohltuendes Bad. Antilopen kommen in Massen zum Trinken und rund um den See liegen Schildkröten in der Sonne und recken ihre langen Hälse in die Höhe. Kurz darauf gelangen wir an einen Fluss, wo wir die Elefanten hören, wie sie genüsslich baden, sie aber wegen der vielen Bäume nicht sehen können.

Und schon erwartet uns ein nächstes Highlight: Wir entdecken in einiger Entfernung ein Nashorn und zu unserem großen Glück kommt es direkt auf uns zu und ein Nashorn ist ein geballtes Kraftpaket.

Fünfter Safari-Tag: Heute ist unser letzter Tag im Treehouse-Camp und man beschert uns eine private Pirschfahrt. Großartig! Das wir wieder sehr früh unterwegs sind, treffen wir auf Tiere die wir noch nicht gesehen haben, so z.B. Strauße, Hornraben, Riesentrappen und Nilgänse. Zum Mittagessen kommen wir in den Genuss eines einheimischen Gerichtes. Herrlich. Das sich uns bietende Autochaos weist auf eine Attraktion hin: Und tatsächlich, in einer Baumgabel entdecken wir - nach einigem Suchen - einen Leoparden, der genüsslich seine Beute verspeist. Er ist nicht gerade in unserer unmittelbaren Nähe, aber mit meinem 20-fachen Zoom kann ich ihn gut fotografieren. Wir können uns nicht abwenden, das ist einfach fantastisch. Etwas weiter weg treffen wir auf ein riesiges Nashorn, das genüsslich im Fluss badet. Leider versperren uns - wie auch schon bei den Elefanten - viele Bäume die Sicht. Ist halt so. Es ist unfassbar, was wir heute alles erlebt haben und wir sind total überwältigt.

Sechster Safari-Tag: Über Blyde-River werden wir nach Johannesburg in unsere Lodge gefahren. Eine feine Adresse! Die Anlage ist wunderschön, und so genießen mit einem Absacker den ausklingenden Tag.

Es war wieder ein toller Urlaub mit vielen unglaublichen Erlebnissen.

Krüger