Marokko 16.11.2010

Marokko Trekking & Sahara Erlebnis

Hallo moja Team!

Da Marokko bei den Reiseberichten etwas unterrepräsentiert ist, will ich im Folgenden versuchen, Abhilfe zu schaffen. Unsere Reise wurde aus Elementen mehrerer Touren aus dem Angebot von moja nach unseren Wünschen zusammengestellt. Die Planung im Vorfeld klappte in gewohnter Weise problemlos. Auch vor Ort wurde durch die Partneragentur alles perfekt organisiert, unser Führer (Assis) hinterließ einen kompetenten Eindruck.

Mount Toubkal Besteigung

Wir haben mit einer einwöchigen Trekkingtour im Hohen Atlas begonnen, das Gepäck und die Verpflegung wurden mit Maultieren transportiert, sodass wir nur das Tagesgepäck zu tragen hatten. Die technisch unschwierige Strecke führte durch grandiose Landschaft und immer wieder durch malerische traditionelle Berberdörfer, in denen die Zeit stehen geblieben schien. Höhepunkt war die Besteigung des Jebel Toubkal, wobei der landschaftlich besonders reizvolle Anmarsch über den Alguezim-Pass zur Toubkal-Hütte eine hinreichende Höhenakklimatisation sicherstellte. Einige Wanderer, die direkt von Imlil zur Hütte und am nächsten Tag zu Gipfel gehen wollten, hatten durchaus Probleme mit der Höhenkrankheit. Der Panoramablick vom Gipfel ist überwältigend, er reicht über den Antiatlas bis zu den Ausläufern der Sahara. Die Vollverpflegung durch den zum Team gehörenden Koch war reichlich und für Trekkingbedingungen sehr gut und abwechslungsreich.

Sightseeing & Sahara

Die zweite Woche der Tour diente dann eher dem Sightseeing und einem kurzen Eindruck von der Wüste. Folgende Höhepunkte waren empfehlenswert:
Die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Kasbah von Ait Benhaddou und die sich anschließenden Straße der Kasbahs mit zahlreichen sehenswerten Gebäuden und Oasen, die unser Führer kompetent zu erklären wusste, für den Filminteressierten die Studios in Ouarzazate – wer "Gladiator", "Kundun", "Die Päpstin", "Königreich der Himmel", "Asterix und Kleopatra" oder "The Hills have Eyes" gesehen hat, wird sicher Spaß daran haben. Sehr interessant war auch das Maison de Touareg in Tinghir, eine kunsthandwerkliche Kooperative mit einer sehenswerten Riesensammlung von Berberteppichen. Eine schwierige Gratwanderung war allerdings, interessiert bei der Besichtigung zu sein aber kein Kaufinteresse zu haben, als Letzteres klar wurde, wurde die Stimmung schlagartig deutlich kühler. Auch die Dades- und Todra-Schlucht sind sicher mehr als eine Stippvisite wert.
Ein besonderer Höhepunkt war der abendliche Kamelritt in den Erg Chebbi und dort der Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Einen völlig anderen Anblick bot dann die Wüste bei Mhamid, nicht nur, weil es eine unerwartete Erfahrung war, beim Kamelritt durch die Wüste nass geregnet zu werden! Die letzte Etappe auf dem Rückweg nach Marrakesch war ein besonderer Genuss. Auf Pisten, die teilweise nur mit 4WD zu bewältigen waren, ging es durch die bizarre Bergwelt östlich des Tichka-Passes, hinter jeder Kurve wieder neue wunderschöne An- und Ausblicke, Berge in fantastischen Rottönen. Diese Ecke werden wir sicher irgendwann noch einmal wandernd genauer erkunden. Ein letzter Höhepunkt war die Medina von Marrakesch, die ja auch zum Weltkulturerbe gehört. Auch wenn Gerüche, Lärm und Trubel vielleicht nicht jedermanns Sache sind, unbedingt sehenswert ist sie allemal, ein Muss für jeden Marokko-Reisenden. Es lohnt sich, sich einfach im Gewirr der Gassen treiben zu lassen und in den Suqs zu stöbern, man sollte nur in der Lage sein, sich auf die landestypischen Verkaufsstrategien einzulassen, die nach unseren Maßstäben ziemlich aufdringlich sind!

Das Hotel war übrigens ein sehr angenehmer Aufenthaltsort mit sehr guter preiswerter Küche, vor allem die außergewöhnlich freundliche, aufmerksame Betreuung durch das Personal bleibt besonders positiv in Erinnerung.
Alles in Allem war es eine sehr schöne Reise, die uns eine Fülle von hochinteressanten Eindrücken ermöglicht hat, bei der sowohl Landschaftserlebnis als auch Kultur und Landeskunde nicht zu kurz kamen.


H. Lenz