Tansania 13.08.2014

Kilimandscharo und Safari Rundum-Sorglos-Paket

Wir drei haben den Gipfel des Kilimandscharo erreicht
Wir drei haben den Gipfel des Kilimandscharo erreicht © H. Enzenroß

Die freundliche Bearbeiterin Miriam Hils vom Reiseveranstalter moja Travel hat uns ein Rundum-Sorglospaket zusammengestellt: Flug ab Stuttgart über Amster-dam mit KLM. Die KLM nimmt bis zu 40 kg Gepäck pro Person mit, also kein Problem für unsere doch gewichtige Bergausrüstung mit Schlafsack, Bergstiefeln, usw; bei der Zusammenstellung hat uns die Ausrüstungsliste von moja Travel gute Dienste geleistet. Nach Erledigung der Einreiseformalitäten in Tansania erwartet uns ein Fahrer und bringt uns direkt vom Flugplatz zum Hotel Parkview Inn in Moshi.

Das Abenteuer kann beginnen.
Der Kilimanjaro liegt nur wenige Kilometer südlich des Äquators und ist einer der begehrtesten Hochgebirgsgipfel der Erde, er ist der höchste Berg Afrikas und gleichzeitig der höchste freistehende Berg der Erde. Das macht ihn zum Ziel jährlich zig-tausender Bergtouristen, die sich den besonderen Anforderungen dieses fast 6000 m hohen Gebirgsmassivs stellen. Auch wir wollen diesen mächtigen Berg bezwingen und bereiten uns im Hotel Parkview Inn in Moshi auf die kommenden Tage vor. Das Hotel ist auf die Anforderungen der Bergtouristen eingerichtet, in einem extra Gepäckraum können wir unsere nicht benötigten Sachen sicher einla-gern lassen. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit, das Frühstück ist gut.

Am nächsten Tag besucht uns unser Führer für die nächsten Tage, Patson von der Partneragentur vor Ort. Alles Wichtige können wir besprechen, unsere Essens-wünsche werden erfragt und Tipps zum Packen der Ausrüstung gegeben. Auch nach evtl. notwendigen Medikamenten werden wir befragt und auf die Gefahren der Höhenkrankheit hingewiesen, ausdrücklich wird von der prophylaktischen Einnahme von Medikamenten zur angeblichen Linderung oder Vermeidung der Höhenkrankheit abgeraten. Der offene Umgang mit diesen wichtigen Fragen ist für uns eine große Beruhigung und gibt uns die Sicherheit, dass unsere Gesundheit letztlich im Vordergrund steht. Patson, unser Bergführer, zeigt uns eine Namensliste der Begleitmannschaft, die wir später gegenzeichnen können. Eine gute Lösung insbesondere auch für die Träger, die ja auf ihren Lohn, unser Trinkgeld angewiesen sind. Auch hier ist die von moja Travel erhältliche Liste mit ortsüblichen Trinkgeld-Angaben eine wertvolle Hilfe.

Der Transfer zum Nationalpark-Eingang ist organisiert, ein Kleinbus holt uns ab, wir treffen erstmals unsere Begleitmannschaft: neben den beiden Führern noch einen Koch, einen Waiter und 8 Träger (für uns 3 Berg-Touristen!). Das gesamte Gepäck wird regensicher verpackt, gewogen und auf die Träger verteilt. Die Gewerkschaft der Träger achtet sehr genau darauf, dass die Höchstlast je Träger 25 kg nicht überschritten wird. Bei den vielen Wandergruppen kann das ein recht langwieriger Vorgang sein. Nun verstehen wir auch die Zahl der Träger. Alles was wir brauchen muss von Trägern getragen werden: Zelte, Stühle, Tisch, Lebensmittel - auch für die Crew – und unsere Ausrüstung, der Packsack, möglichst wasserdicht, sollte pro Person nicht mehr als 20 kg wiegen. Wir selbst tragen unsere Tagesrücksäcke mit Picknick, Getränken und der obligatorischen Fotoausrüstung, Regenschutz auch für die Kamera nicht vergessen. Wir müssen uns noch bei der Nationalparkverwaltung registrieren - das wiederholen wir in jedem Camp - und beginnen unsere erste Wanderetappe mit dem freundlichen Hinweis „wishing you a good climb -- wir wünschen einen erfolgrei-chen Aufstieg“
Der Berg ist durch mehrere Routen erschlossen, wir haben uns für die Machame-Route entschieden, sie wird auch Whiskey-Route genannt. Konditionell ist sie recht anspruchsvoll, bietet schöne Aussichten auf die Gipfelregion und ist land-schaftlich eine der interessanteren Routen, eine gute Empfehlung von moja Travel.

Der Weg führt 9 km stetig steigend von 1790 m am Gate auf 3010 m Höhe zum ersten Übernachtungsplatz dem Machame Camp. Kaum sind wir unterwegs werden wir von unserem 2. Guide Daniel ermahnt: pole-pole, langsam-langsam, ein guter Rat für alle, die den Berggipfel erreichen wollen und zur Belohnung der Strapazen einen herrlichen Gipfeltag erleben wollen. Wir wandern durch tropi-schen Regenwald, kleine Pausen nutzen wir, die Vielfalt der Pflanzen zu genießen. Nach gut 6 Stunden kommen wir im Machame Camp an, das Abendessen hat unser Koch bereits fertiggestellt.

Essen und Trinken sind auf die körperlichen Anstrengungen ausgerichtet. Abwechslungsreich und schmackhaft zubereitet. Gerade Trinken ist bei der Höhe und den körperlichen Anstrengungen sehr wichtig, darauf achten auch unsere Führer. Geschlafen wird in kleinen 2-Mann (Frau)-Zelten, das Essen nehmen wir in einem größeren Steilwandzelt ein, das ist gleichzeitig auch unser Aufenthaltsraum mit Tisch und Stühlen. Gute Matratzen (Thermarest oder ähnlich) und gute Schlafsäcke bringt man besser von Deutschland mit. Mit Regen muss man immer rechnen, die Zelte sind zwar meistens dicht, man ist jedoch gut beraten, noch eine wasserdichte Folie über dem Schlafsack auszubreiten - wir haben uns an die Ausstattungstipps von moja Travel gehalten und waren perfekt ausgerüstet.

Tag 2 führt der Weg durch eine Heideland-Zone mit großen Erika-Bäumen, Philippia-Büschen, Senecien und Lobelien, wilden Gladiolen, wir erreichen das Shira-Camp in 3845m Höhe und haben noch etwas Zeit die nahe gelegene Shira-Höhle aus erstarrter Lava zu besuchen.

Tag 3 ist ein wichtiger Tag: Wir wollen auf über 4500 m hochsteigen, um uns an die Höhe zu gewöhnen. Wenn wir das ohne Anzeichen der Höhenkrankheit schaffen, so unser Führer Patson, sind wir bereit für den Gipfel. Der sehr anstrengende Pfad führt durch eine mit großen Felsen übersäte Lava-Wüste. In der Nacht hat es hier oben schon geschneit, eigentlich zu früh für die Jahreszeit. Gegen Mittag er-reichen wir den Fuß des Lava-Tower, den höchsten Punkt unserer Wanderung. Durch wechselnde Felsformationen, über endlose Steinwüsten steigen wir langsam ab und werden von einer besonderen Art Vegetation überrascht: hunderte von Senecien, Riesenkreuzkräuter wachsen hier und bieten dem Auge eine willkommene Abwechslung. Schließlich erreichen wir ziemlich erschöpft das Barranco-Camp in knapp 4000 m Höhe. Dieser Tag ist auch deshalb so wichtig, weil wir zuerst sehr viel Höhe hinaufgestiegen sind, dann aber wieder absteigen, um in niedrigerer Höhe zu schlafen - ein gutes Training für den Körper.

Tag 4: Nach einer regenreichen und stürmischen Nacht lassen wir uns etwas Zeit mit dem Aufbruch, wir haben heute nur knappe 4 km zu gehen. Doch schon nach wenigen Minuten wandern sehen wir den nächsten Höhepunkt vor uns aufgerich-tet: die große Barranco-Wand. Die Träger nennen sie auch Breakfast, also Frühstück: für eine fast 2 stündige Kletterei über teils mannshohe Felsen eine doch recht schmeichelhafte Bezeichnung. Oben angekommen werden wir mit einem herrlichen Ausblick belohnt zurück zum jetzt menschenleeren Barranco-Camp und hinauf zu unserem Ziel, dem Gipfel des Kilimanjaro. Nach weiteren 4 Stunden erreichen wir das Karanga-Camp.
Diese zusätzliche Übernachtung, von moja Travel empfohlen, bringt uns einen zusätzlichen Tag in großer Höhe, ein sog. Akklimatisierungstag, eine gute Ent-scheidung wie sich später herausstellt.

Tag 5: Der Himmel ist bedeckt. Wieder sind es 4 km zu wandern und weitere 600 Höhenmeter hinauf zum Basiscamp Barafu, wir benötigen dazu gut 6 Stunden Wanderzeit. Auf halben Weg beginnt es zu schneien und wir kämpfen uns weiter hoch zum Camp. Barafu ist Swahili und bedeutet Eis und genau das treffen wir an: in den Nächten zuvor ist hier oben Neuschnee gefallen. Unsere Mannschaft hat alle Mühe, einen Platz für die Zelte herzurichten. Unser Bergführer hat uns die letzten Tage intensiv beobachtet und auch mit uns über Anzeichen der Höhenkrankheit gesprochen. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass die Führer ausgebildet werden, die Anzeichen der Höhenkrankheit zu erkennen und notfalls die ganze Expedition zur Vermeidung gesundheitlicher Schäden besser abbrechen. Bei uns ist alles in Ordnung, wir legen uns früh schlafen.

Tag 6: Der heutige Tag, der wichtigste Tag, beginnt schon um Mitternacht. Mit Stirnlampen im fahlen Mondlicht geht es hinter unserem Guide Schritt für Schritt nach oben. Fast 1200 Höhenmeter liegen vor uns, durch den tiefen Schnee der letzten Tage kämpfen wir uns aufwärts. Nach über 6 Stunden erreichen wir gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang den Stella Point in 5740 m Höhe, nach weiteren 150 Höhenmetern stehen wir bei 5895 m auf dem Uhuru, dem Gipfel des Kilimajaro, dem höchsten Punkt Afrikas. Wir haben es geschafft und genießen bei strahlend schönem Wetter die grandiose Aussicht auf die Gipfelgletscher und den kleinen Zentralkrater. Nach etwa einer Stunde müssen wir uns leider wieder auf den Abstieg machen. Zurück zum Barafu-Camp, wo wir unsere restliche Ausrüstung unter Aufsicht unserer Crew gelassen haben, auf der Mweka-Route, einer reinen Abstiegsroute hinunter zum Mweka-Camp: insgesamt 12 Stunden bergab wandern und 3000 Höhenmeter hinunter. Nach den vergangenen Tagen nochmal eine große Herausforderung an unsere Kondition. Im Mweka-Camp am nächsten Morgen singt un-sere Mannschaft das inzwischen schon berühmte Lied vom Kilimanjaro. Die Trinkgelder hatten wir in kleinen Kuverts (von zuhause mitgebracht) vorbereitet und so konnten wir jedem unserer Träger und Guides seinen Anteil persönlich aushändigen, die freundlich lachenden Gesichter bestätigten uns die richtige Höhe der Trinkgelder. Nach weiteren 4 Stunden Abstieg zum Gate des Nationalparks werden wir von einem Kleinbus zum Hotel zurückgebracht. Bei einem Glas Kilimanjaro-Bier lassen wir die vergangenen Tage Revue passieren.

Nach der gelungenen Gipfelbesteigung sind wir uns einig: die Organisation durch moja Travel und die örtliche Agentur ist ausgezeichnet. Auf unsere Wünsche wurde eingegangen und passende Lösungen vorgeschlagen, die Führer und die Träger sind „handverlesen“ und wir haben uns zu jeder Zeit sicher und in guten Händen gefühlt. Selbst spezielle Wünsche beim Fotografieren oder Filmen wurden von unserem Führer tatkräftig unterstützt. Herzlichen Dank an moja Travel, an Miriam Hils für die perfekte Organisation eines besonderen Erlebnisses - wir waren auf dem Gipfel des Kilimanjaro.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die anschließend gebuchte Safari in gleicher Qualität zusammengestellt war. Ein hervorragender Fahrer führte uns mit viel Engagement und Spürsinn durch die Nationalparks Tarangire, Lake Manyara, Serengeti und Ngorongoro: so sind uns eindrucksvolle Tierbilder gelungen.

H. und G. Enzenroß & E. Seeger-Storm